Geld und Geist als Erfolgsrezept

Peter P. Tschirky und Marco R. Zanolari führten das «Grand Resort Bad Ragaz» in zwei Jahrzehnten an die Spitze Europas. Milos Colovic ist ein hochtalentierter Nachfolger.

Mehr als 300 Millionen Franken hat Hauptaktionär Thomas Schmidheiny ins «Grand Resort Bad Ragaz» investiert, seit er vor über fünfzig Jahren die Verantwortung übernahm. In den vergangenen zwei Jahrzehnten, der wohl bewegtesten Zeit in der langen Geschichte des Resorts, ging es Schlag auf Schlag. Zuerst wurde der «Quellenhof» renoviert. Dann erhielt das «Grand Hotel Hof Ragaz» ein Facelifting und vor dreizehn ­Jahren sorgten die luxuriösen «Quellenhof & Spa ­Suites» im neuen Turm für Aufsehen weit über die Landesgrenzen hinaus.

Schlag auf Schlag
Es folgte der gewaltige Um- und Neubau im Bäder-, Wellness- und Spa-Bereich. Aus dem altehrwürdigen Kursaal wurde ein topmodernes Business- und Eventcenter. Das neue Medizinische Zentrum erlangte Weltruf. Die Reha-Klinik, vom Hotelbetrieb raffiniert abgetrennt, ist die luxuriöseste im Land. Ein zweiter Golfplatz wurde gebaut, später kam für zehn Millionen ein eindrückliches neues Golf-Clubhaus dazu und mit Ralph Polligkeit hat man auch noch den besten Golfmanager der Schweiz. Ein wunderschönes Family Spa sowie eine Kindervilla unterstrichen die neue ­Ausrichtung des Resorts auf drei Generationen. Und so ging es weiter: Vor vier Jahren wurde das Herzstück «Quellenhof» für 45 Millionen Franken komplett er­­neuert, und im vergangenen Jahr erhielt auch der «Hof Ragaz» ein weiteres Facelifting für 14 Millionen.

Kulinarischer Hotspot
Selbst wenn die Aufzählung unvollständig ist: Kein vergleichbarer Mitbewerber hat in jüngerer Zeit so viel in die Zukunft investiert wie das «Grand Resort Bad Ragaz», dem das heilende Thermalwasser erst recht die Aura der Einzigartigkeit verleiht. Und das klar definierte Ziel wurde erreicht: Im St. Galler Rheintal steht heute das führende Wellbeing- und Medical Health Resort Europas. Und erst die Restauration! Sven Wassmer katapultierte sich mit drei Michelin-Sternen für sein Restaurant Memories in den kulinarischen Himmel und erkochte auch mit seinem zweiten Restaurant, dem «Verve by Sven», einen Stern. Zwei Sterne hält das «Igniv by Andreas Caminada», und fünf weitere Restaurants, unter anderem ein famoses Thailokal, sorgen für beispiellose Vielseitigkeit. Auch dank seiner Kulinarik ist das Resort mit seinen über 800 Mitarbeitern Top of Europe. Ohne Wenn und Aber.

Fliegender Führungswechsel
Er habe lieber die Nummer eins auf dem Rücken als die zwei oder drei, sagt Schmidheiny. Dass das Resort seit Jahren schwarze Zahlen schreibt, führt er auf die Qualität und Breite des Angebots zurück. Und auf das Management. Tatsächlich hatte er dabei ein glückliches Händchen. Zehn Jahre lang trimmte Peter P. Tschirky das Resort auf Erfolg. Sein Nachfolger wurde vor acht Jahren Marco R. Zanolari. Der weltgewandte Churer, ein Vertreter der neuen Hoteliergeneration, stieg rasch zu den Topstars der Schweizer Luxushotellerie auf. Sein Wechsel zum Living Circle im vergan­genen Sommer war die totale Überraschung, doch ein fähiger Nachfolger war rasch gefunden. Es kam zu einem fliegenden Wechsel: Der 37-jährige Deutsche Milos Colovic, seit fünf Jahren im Resort tätig, zuletzt als Hotelmanager, stieg als Zanolari-Nachfolger zum General Manager auf. Um die Zukunft des Resorts braucht man sich folglich keine Sorgen zu machen. Auch nicht um die Besitzverhältnisse. Schon vor ein paar Jahren hat Thomas Schmidheiny mit seinen vier Kindern lange darüber diskutiert, und der Entscheid ist gefallen: Bad Ragaz bleibt in der Familie.

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