Regen gibt es auch in den Ferien. Wer Pech hat, ist froh um die sportliche Alternative: Den Fitnessraum.
Keine Arbeit, freie Tage, ganz viel Zeit, auf der faulen Haut zu liegen – braucht es wirklich einen Sportbereich im Hotel? Markus Steinmann, Geschäftsleiter von Shark Fitness AG, findet: Ja. «Fitness wird immer wichtiger – zu Hause wie für das Feriengeschäft.» Gerade, weil sich immer mehr Menschen privat dafür interessieren: «Viele unserer Kunden stellen sich neben die Couch ein Fitnessgerät ins Wohnzimmer.»
Wer zu Hause viel Sport treibt, schätzt die Möglich-keit auch im Urlaub. «Zudem sind Fitnessräume für Hotels ein gutes Schlechtwetter-Angebot», findet Steinmann. So können sich die Gäste an «lieber-drinnen-bleiben»-Tagen körperlich betätigen. Selbst für Tagungshotels sind Fitnessräume geeignet: «Wer den ganzen Tag Referaten zuhört, lüftet am Abend gerne den Kopf mit ein bisschen Bewegung.» Allen voran aber findet Steinmann den Gesundheitsaspekt sehr wichtig.
Eine Investition in die Zukunft
Er selbst arbeitet seit 45 Jahren in der Sportbranche und steht Privatkunden wie Hotels oder sonstigen Unternehmen mit Rat und Tat zur Seite. «Ich vermittle meiner Kundschaft etwas, das ihnen – oder ihren Gästen – guttut, wovon sie langfristig etwas haben.» Wir alle werden älter, die Frage ist nur: wie? «Im Alter noch beweglich zu sein, ist das grösste Gut für mich.»
Beweglichkeit im Alter beginnt mit Sport in jüngeren Jahren. Ein grosser Vorteil am Ferien-Training: Viele Hotels haben einen Wellnessbereich. Wer hart arbeitet, verdient sich die Entspannung. «Oftmals liegt auf dem Wellnessbereich mehr Priorität, da die Hoteliers direkt davon profitieren», erklärt Steinmann. Er empfiehlt allerdings, beide Aspekte abzudecken. Nicht zuletzt, weil mehr Fitness zu mehr Lust nach Entspannung führt. «Wer durch den Tag in Bewegung ist, zieht es am Abend in die heisse Sauna oder auf den Massagetisch.» Auch Pools sind eine gute Gelegenheit, um den Muskeln nach einer anstrengenden Trainingssession Ruhe zu geben – mit einem leckeren Getränk in der Hand als Belohnung.

Darauf kommt es an
Wer seinen Gästen das Beste bieten will, fängt vor dem Kauf an: «Die Hotelieren und Hoteliers müssen entscheiden, worauf sie Wert legen.» Soll der Fokus auf Herz-Kreislauf-Geräten liegen? Eher Richtung Kraft? Stellt man einen grossen Fernseher in den Raum oder hat jede Maschine einen eigenen Bildschirm? Hat ein ästhetisch ansprechendes Design Priorität? «Insbesondere Boutique-Hotels suchen oft nach schönen Maschinen – Holz liegt aktuell im Trend», meint Steinmann. Generell helfe die Beratung: «Die meisten Hotels sind froh um unsere Vorschläge.» Selbst mit einem kleinen Budget könne man seinen Gästen ein tolles Zusatz-Angebot bieten.
Grundsätzlich empfiehlt Steinmann bekannte Maschinen wie Velos, Crosstrainer und Laufband. Für Herz-Kreislauf-Training sei auch das Rudergerät sehr beliebt. Für das Krafttraining eignen sich multifunktionale oder Dualgeräte – zwei Übungen, ein Gerät. Insbesondere für kleine Räume, da sie Platz sparen. «Hotels möchten zudem oft eine Sprossenwand, Matten für Bodenübungen und Gadgets wie Gummiseile, Bauchroller oder ein Balanceboard.» Damit habe man schon ein gutes Grundangebot.
Die Stolperfallen
Bei den Hanteln ist Vorsicht geboten: «Für einen unbetreuten Raum empfehle ich eine kleine Station mit freien Hanteln.» Langhanteln sollten sich nur im beaufsichtigten Fitnessbereich befinden. Das Training mit ihnen birgt zahlreiche Gefahren, nicht zuletzt
für Anfänger oder bei falscher Ausführung. Falsche Körperhaltung, Überbelastung oder die fehlende Sicherung – besonders in einem kleinen Hotelfitnessraum, in dem sich viel weniger Menschen befinden als in einem grossen Fitnesscenter – können zu teilweise schwerwiegenden Verletzungen führen. Auch die freien Hanteln sollten in einem unbetreuten Bereich nicht zu schwer sein. «Das Angebot soll mit Vielfalt überzeugen – die Sicherheit geht aber immer vor», sagt Steinmann.

