«Ich will den Gästen eine Gutenachtgeschich­te erzählen»

Hotelier Eric Fassbind über sein erstes «Swiss Chocolate Hotel» in Zürich Der Hotelier Eric Fassbind hat in Zürich das erste «Swiss Chocolate Hotel by Fassbind» eröffnet. Was steckt hinter dem neuen Konzept, das sich der Schweizer Schokoladenwelt widmet?


Das 3-Sterne-Hotel inszeniert für seine Gäste die Schweizer Schokoladenwelt, von den Kakaofeldern bis zur Schokoladen­tafel. Laut der Hotelgruppe diene diese «verzaubernde Welt als eine Gu­te­nacht­ge­schich­te, um gut einzuschlafen». Dank zentraler Lage am «Central» mitten in der Stadt Zürich habe das Hotel ab dem ersten Tag guten Erfolg gehabt, so die Fassbind-Hotelgruppe. Die 56 Zimmer seien trotz Pandemie-Nachwirkungen sehr gut be­­legt. «Hotelier» sprach mit Eric Fassbind.



Eric Fassbind, wer hatte eigentlich die Idee, in Zürich ein «Swiss Chocolate Hotel» zu realisieren?


Ich hatte diese Idee.




Gibt es bereits Hotels, welche die Schweizer Schokolade zum Thema machen?


Keine Ahnung. Wenn ich auf Google recherchiere, entdecke ich eine Plattform «Hotelchocolat» in England. Es handelt sich aber um einen Shop.




Wer war für das Design im «Swiss Chocolate Hotel» zuständig?


Meine Frau hat die Pläne gezeichnet und das Projekt bis zur Baueingabe begleitet. Die Inneneinrichtung hat das Studio Marc Hertrich & Nicolas Adnet über­nommen. Die Bauleitung übernahm in Zürich die Firma Ghisleni Partners.



Was versprechen Sie sich von diesem für die Schweiz neuartigen Hoteldesign?


Ich verspreche mir grundsätzlich nichts. Das Design erzählt eine «Gu­te­nacht­­­geschich­te» und hat einen direkten Bezug zum Thema Schweizer Schokolade. Es geht um Storytelling und Swissness. Und noch etwas: Es gibt nicht viele Leute, die Schweizer Schokolade nicht mögen.



Beschränkt sich das Thema «Swiss Chocolate» auf das Design des Hauses, oder bieten Sie dem Gast noch zusätzliche Leis­tungen und Angebote zum Thema Schweizer Schokolade?


Wir konzentrieren uns in den Fassbind-Hotels in Zürich und Lausanne auf die klassischen Hotelleistungen wie das Schlafen und die Verpflegung der Gäste. Ich verkaufe meinen Gästen vor allem ein Schlaferlebnis. Und dieses Erlebnis schaffe ich mit einer spannenden «Gu­te­nacht­ge­schich­te».



Haben Sie die Absicht, weitere «Swiss Chocolate Hotels by ­Fassbind» zu eröffnen?


Ja, in Lausanne an der Rue Marterey 15 entsteht ein weiteres «Swiss Chocolate Hotel» mit 70 Zimmern. Es wird im ­Sommer 2022 eröffnet.


Wie hoch in etwa war die Investitionssumme für den Umbau des «Swiss Chocolate Hotel» in Zürich?

Etwa 5 bis 6 Millionen Franken.


Haben Sie derzeit weitere Hotel­projekte in der Pipeline?


Derzeit bauen wir das Hôtel Alpha-­Palmiers mit 215 Zimmern um. Das wird ein urbanes, cooles Hotel mit italienischem und thailändischem Restaurant sein.


Wie laufen Ihre Hotels nach der eigentlichen Covid-Krise?


In Lausanne erzielen wir mit 400 Hotelzimmern aktuell eine Auslastung von 50 bis 80 Prozent. Und das auf einem höheren Preisniveau als in Zürich, wo ­derzeit ein sehr grosses Hotelangebot existiert. Ich gehe davon aus, dass sich dieses Überangebot in Zürich negativ auf Auslastung und RevPAR auswirken wird. In Zürich entstanden in den letzten Jahren unglaublich viele neue Hotels, was jetzt zu Überkapazitäten führte. In Lausanne war das ganz anders, da ging die Zahl der Zimmer aufgrund von Hotelschliessungen zurück.



Glauben Sie, dass die Covid-Krise die Hotellerie in der Schweiz ­markant und dauerhaft verändert wird?


Schwierig zu sagen. Ich stelle fest, dass immer mehr Business-Leute auch als ­Freizeitgäste unterwegs sind. Die ­Segmente Business und Leisure wachsen immer mehr zusammen. Ich weile gerade in Griechenland. Einerseits mache ich hier Ferien, andererseits halte ich ab und zu ein Arbeitsmeeting über Zoom ab. Ich habe noch nie so oft «Arbeits­ferien» gemacht wie 2021.







Eric Fassbind ist am 7. April 1966 im Hôtel Alpha-Palmiers in ­Lausanne geboren. Er studierte

Betriebswirtschaft (lic. oec.) an der Universität Lausanne. Seine Frau Pascale Fassbind-de Weck ist Architektin ETH. Sie arbeitet aktiv in den Hotels mit (Projekte, Umbauten). Eric ­Fassbind absolvierte diverse Praktikas in den USA, Frankreich, Spanien und in der Schweiz. Er war Berater für Hotels in Italien und Slowenien. 1992 wirkte er als Direktor im Hotel Ambassador in Bern, 1995 als Direktor des Verkehrsbüros von Villars-sur-Ollon. 1997 war er Administrations-Manager am World Economic Forum Genf und Davos. Im Jahr 2000 stieg er in die Familien-Hotelkette ein (6. Generation). Es folgten diverse Hoteleröffnungen, Um- und Neubauten. Heute besitzt Eric Fassbind Hotels in Zürich und Lausanne mit total 700 bis 800 Zimmern.


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