Fünf Hotels und mehrere Restaurants stehen für ein Engagement, das sich der Symbiose von Gast, Gastgeber, Natur, Umwelt und Architektur verschrieben hat. Für Erlebnisse und das Gute im Leben, dafür steht Familie Suhner.
Von Suzanne Schwarz
Eine heisse Liebe
Heiliger Abend 1998 im Hotel Seerose in Meisterschwanden, Rhéane und Felix Suhner, frisch verliebt, freuen sich auf ihre gemeinsame Zukunft. Im weihnachtlich dekorierten Hotel Seerose prangt der geschmückte Christbaum im Lichterglanz. Plötzlich steht der Raum in Vollbrand. Felix Suhner, Mitglied der örtlichen Feuerwehr, hilft beim Löschen. Wie weiter? Rhéane hatte vor Kurzem ihre florierende Firma in Basel aufgegeben und wollte als Quereinsteigerin und Verantwortliche für Marketing und Verkauf für das Hotel arbeiten. Und jetzt, das von Felix’ Vater Aufgebaute in wenigen Stunden weg. Doch bereits am 26. Dezember 1998 startete ein Planungsmeeting in Suhners Wohnstube. Mit der strukturierten Unternehmerin Rhéane als Verantwortliche für Marketing und HR und dem mit einem Gastgeber-Gen aufgewachsenen Felix als Generalist und Bauleiter. Fordernde Aufgaben neben seinem Brotjob, Verantwortlicher für das Restaurant Mürset in Aarau, und der geplanten Übernahme des Hotels Bad Bubendorf per 01.01.1999.
Innert Rekordzeit von 18 Wochen konnte das frisch renovierte Hotel Seerose am 17. Mai 1999 wieder eröffnet werden. Das Team hatte Erfolg und bereits 2001 konnte mit der Erweiterung des Hotel Seerose am Hallwilersee begonnen werden. Die Eröffnung am 17. Mai 2003 fiel auch mit der Geburt ihres Sohnes zusammen, und im gleichen Jahr stand das Hotel als erster ISO-zertifizierter Restaurantbetrieb der Schweiz da. Ebenso glücklich gestaltete sich das Jahr 2008, eine Tochter wurde geboren, das Seehotel Sonne am Sempachersee übernommen und eröffnet. 2014 gibt Felix Suhner nach 20 Jahren die Geschäftsführung ab und präsidiert seither das dreiköpfige VR-Gremium.
Step-by-Step
Im 2016 kam das Bad Ramsach Quellhotel dazu und schliesslich 2017 das Seeblick Höhenhotel über dem Vierwaldstättersee. Heute beschäftigt die Balance Familie rund 500 Mitarbeitende aus 20 Nationalitäten. Ausserdem gehören drei sommerlastige Betriebe mit grossen Terrassen dazu. Die Dachorganisation mit 30 Personen ist für die strategische Führung und Unterstützung der Betriebe zuständig. Dazu gehören People + Culture, Marketing, ICT, Einkauf, Finance, Technik und Unterhalt sowie Gärtner und das Floristik-Team. Eine echte Prüfung für alle, Management und Mitarbeitende, stellte die Coronapandemie dar. Während 18 Monaten war das Mürset in Aarau geschlossen, alle anderen Betriebe während zwei Monaten, die Terrassen am See mussten bei schönstem Frühlingswetter gesperrt werden. Dennoch, man hat auch das überstanden und dabei enorm viel gelernt, Erkenntnisse, die zu organisatorischen Anpassungen führten und in den letzten drei Jahren die Familien- und Inhabergeführte Hotelgruppe gestärkt haben.
Im üppig gewachsenen Garten des Hotel-Restaurants Bad Bubendorf macht man gern eine kurze und längere Pause.
Hotel Bad Bubendorf im Baselbiet, mit preisgekrönter «Osteria Tre»
1999 kam das Vier-Sterne-Hotel Bad Bubendort zur Gruppe, ein Haus mit Professionalität, Herz und Ambiance. Hotelier und Gastgeber Martin Sonderegger leitet heute das Team der beiden Häuser, der ehrwürdige schöne Altbau mit dem Restaurant zum Bott und das moderne Erweiterungsgebäude. Im Ensemble gibt es drei unterschiedliche Restaurants mit Platz für 300 Gäste drinnen und 180 im Garten, einen grossen Tagungs- und Catering-Bereich für Bankette, Feste und Feiern sowie Seminare bis 150 Personen und andere Grossanlässe, alles unter einem Dach.
Geräumige und luxuriöse Badezimmer zeichnen die Hotels aus, auch die Wellness Suite in Bad Bubendorf.
Die 53 Hotelzimmer verteilen sich auf beide Gebäude, 75 Mitarbeitende kümmern sich um die Gäste des Hotels wie der drei Restaurants, darunter die 14-GaultMillau-Punkte «Osteria Tre», und grossem Aussenbereich. Profitierte man in früheren Jahren noch vom saisonbedingten knappen Hotelangebot Basels, kommen die Hotelgäste heute eher dank der florierender KMUs und der Industrie der Umgebung, als ruhesuchende Durchreisende und Wochenendgäste. Das Angebot reicht vom romantischen Tête-a-Tête im Weinkeller-Séparée, grosszügig gestalteten modernen Hotelzimmern mit Terrasse zum Garten und auf Wunsch eigener Wellness-Hotelsuite bis zur Hochzeitsuite über dem Festsaal im historischen Gebäude. Dort befindet sich auch die gemütliche Gaststube «Wirtschaft zum Bott», abgeleitet von schweren, von Pferden gezogenen blachenbedeckten Botenwagen, die jeweils wertvolle «Siidebändel» und andere Waren zwischen den Posamentern und den Fabrikanten transportierten.
Rhéane und Felix Suhner sind herzliche Gastgeber und umsichtige Unternehmer.
Heute profitiert das bekannte Ensemble Bad Bubendorf auch vom grossen Parkplatz an der Verbindungsstrasse Olten-Basel wie der öV-Haltestelle des «Waldenburgerlis» vor dem Haus, das die Gäste im 15-Minuten-Takt aufnimmt. Ein Rundgang macht wahrlich Lust auf die regelmässig angebotenen Diners Dansants, ein entspanntes Abendessen im Garten, einen Familienbrunch oder die nächste grössere Geburtstagsfeier.
Durchatmen am Wisenberg – Bad Ramsach Quellhotel mit Restaurant und eigener Heilquelle
Idyllisch oberhalb des Homburgertals, mitten im Baselbieter Jura, umgeben von prächtigen Mischwäldern und Wiesen, liegt das Bad Ramsach Quellhotel auf 740 Metern Höhe. Eine ausgezeichnete Gastronomie, ein vielfältiges Erholungs- und Gesundheitsangebot sowie ein Hallenbad mit Panoramablick – alles unter einem Dach. Einzelne Dokumente in der hauseigenen Bibliothek sprechen vom Kraft- und Ruheort bereits im 15. Jahrhundert. Der sympathische Walliser Hotelier und Gastronom Hermann Mazotti führt den Betrieb seit 2016 mit rund 65 festen Mitarbeitenden, darunter 12 Auszubildende. Zwischen 2017 und 2019 wurden zuerst die Umgebung, dann die Restaurants und Seminarräume und schliesslich die Küche, Hotellobby und sämtliche Lüftungen saniert und umgebaut. Wichtigstes Kapital ist jedoch das Quellwasser aus den drei eigenen Quellen, reich an Calcium, darunter eine staatlich anerkannte Heilquelle. Eben, wie der aufmerksame Gastgeber begeistert feststellt: Ein Kraftort mit Wasser, Luft und Weitsicht!
Seit über 500 Jahren fliesst aus der Hausquelle das anerkannte und hochwertige Calcium-Sulfat-Mineralwasser. Im 34 Grad warmen Wasser lässt es sich träumen und meditieren. Auch gekühlt ist das gereichte frische Quellwasser im wahrsten Sinne des Wortes «heilsam». Kuren, Heilfasten, Basenfasten, Wellnessen am Waldrand und unter professioneller Anleitung mit Sauna, Dampfbad und Massagen werden angeboten. Eine romantische Auszeit, Familienfeiern für alle, Afternoon-Teas werden gut angenommen, ebenso der urchige Ramsacher-Abend, Fondue-Plausch oder der Balance Rosé.
Das am Rande des Naturschutzgebietes Wisenberg gelegene Hotel bietet Weitsicht bis in den Schwarzwald und die Vogesen. Gäste sind Ausflügler, kleinere oder grössere Bankett-Gesellschaften und zu jeder Jahreszeit Hochzeitsgesellschaften und Yogagruppen, Kurgäste und Erholungssuchende. Ein mit den benachbarten Gemeinden organisierter ÖV sowie ein Ruftaxi bringen und holen nicht-motorisierte Gäste.
Besondere Aufmerksamkeit anlässlich der Renovation galt der Enzo Enea übertragenen Gestaltung des Aussenbereichs, denn «am längsten zum Wachsen und Gedeihen braucht die Natur». Im sich fortlaufend gut entwickelnden Garten unter den zwei über 100-jährigen grossen Buchen wird gerne geheiratet.
Im Restaurant fallen die natürlichen, teils skurrilen Dekorationselemente auf, mit Hasenmotiven bedruckte Stuhlrücklehnen, immer wieder eigenartig geformte Spiegel. Als Inspiration diente das 1871 erstmals erschienene Kinderbuch «Alice im Wunderland» und seine Fortsetzung «Alice hinter den Spiegeln», die Geschichte der kleinen Alice und ihren wundersamen Gefährten bis hin zum Märzhasen. Es lohnt sich absolut, die verrückte Geschichte wieder einmal zu lesen, vielleicht gemütlich beim Waldbaden in Bad Ramsach?
Das Schönste sei, so Gastgeber Mazzotti, die Gäste entspannt und wunderbar ausgeschlafen zu verabschieden, «bereit, den Boden wieder zu spüren und wieder Fahrt im Leben aufzunehmen». Und beim Abschied winkt man der ein paar Meter entfernt weidenden Gamsherde zu, die in den Wäldern ringsum lebt und die man schon im Restaurant durch die Panoramafenster bestaunte.
Mürset-Restaurants in der Altstadt von Aarau
1991 kaufte Vater Suhner das Mürset im Aarauer Schachen, seit 1997 ist es umgebaut, mit drei verschiedene Restaurantkonzepten unter einem Dach: die Brasserie mit französischer Bistro-Küche und Klassikern, die Brahms-Stube mit dem Klavier, wo schon Johannes Brahms einen Sommer lang spielte, und die Weinstube. Dort traf man sich schon vor 150 Jahren nach dem Viehmarkt und begoss den erfolgreichen Handel. Die gemütliche Lounge vor der Weinstube und die Sommerterrasse vervollständigen das Angebot und machen manchmal die Entscheidung nicht leicht.
Sonne und Auftanken am Sempachersee
Die Alpen am Horizont, der Sempachersee zu Füssen. Das 2008 erworbene Sonne Seehotel mit mehreren Restaurants sowie Seminar- und Bankettrüumen liegt eingebettet im schönen Park mit eigenem Seebad direkt am Ufer und ist gleichermassen beliebt bei Privatgästen, Seminarteilnehmenden oder Bankettveranstaltern.

Waldbaden, auf den Spuren von Alice im Wunderland wandeln, Gämse beobachten – alles im Hotel-Restaurant Bad Ramsach.
2020 erfolgte ein Umbau samt Errichtung eines weiteren Hotelgebäudes auf dem Gelände. Die Auseinandersetzung mit dem Ort prägte das Konzept der verantwortlichen Innenarchitekt:innen des atelier ushitamborriello: die leicht erhöhte Lage direkt am See, die freie Sicht über das Ufer, die harmonische Einbettung des Hauses in der malerischen Landschaft. Die grosszügige Lobby, das Herz der Hotelanlage, verbindet den Neubau mit der Struktur des Bestandes. Die direkte Verbindung der beiden Häuser war herausfordernd, galt es doch, in einem schmalen Durchgang einen Höhenunterschied von 120 cm zu überwinden. Dieser Korridor oder «timetunnel», eine spektakuläre, überzeugende Lösung, ist illuminiert, in farbiges Licht getaucht und mündet in die Mondscheinbar, ein mystischer Ort für den entspannten Abschluss einer Feier oder eines Seminars. Im Hotel gehören die kleinen Pools auf dem Balkon zu den Stars, sie laden zum Baden ein, den See oder die Sterne im Blick. Wellness-Suiten sind mit Sauna oder Dampfdusche mit Infrarot ausgestattet. Diese einzigartige Wasser- und Wellnesswelt in Kombination mit dem Seebad samt Liegewiese und Wassersportmöglichkeiten wird auch von Seminar- und Bankettgästen geschätzt.

Der illuminierte «Timetunnel» verbindet die beiden Häuser des am Sempachersee gelegenen Sonne Seehotel.
Mehr Schweiz geht nicht – Seeblick Höhenhotel mit Restaurant Seeblick
2017 erfolgte die Übernahme des Seminarhotels Seeblick in Emmetten. Hochzentral gelegen, mit Bilderbuch-Weitblick über den Vierwaldstättersee und die voralpine Bergwelt. Es grüssen Pilatus und die Rigi. Ein Kraftort für die kurze oder längere Auszeit im gemütlichen Hotelzimmer oder den gut eingerichteten Appartements. Mit reichem Wellnessangebot und einer Küche, die keine Wünsche offenlässt, egal ob für kleine Esser oder das mehrgängige Romantikdinner. In der dazu gehörenden Truppenunterkunft «Gaden», einer gemütlichen Berghütte mit Schlafraum und Matratzenlager, fühlen sich Selbstversorger-Gruppen wohl, die sich fürs Wandern oder Skifahren entschieden haben. Nicht zuletzt sind die funktionellen Seminarräume mit Tageslicht und inspirierender Aussicht im Herzen Nidwaldens äusserst beliebt. Egal ob tageweise oder mehrtägig, die Teilnehmenden erleben unvergessliche Stunden im Herzen der Schweiz.
Dem Alltag entfliehen im Seerose Resort & Spa Cocon
Das Hotel Seerose Resort & Spa mit den Restaurants Cocon, Samui-Thai und Seerose, Bar, Lounge und Schiffsanleger direkt am See: Ein Hideaway in der Bilderbuchlandschaft des Seetals an paradiesischer Lage mit 90 Zimmern und Suiten, modernen Seminar- und Banketträumen sowie mehreren Restaurants mit unterschiedlichen Angeboten. Der Spa wurde 2025 von 870 m² auf 1170 m² vergrössert. Neu hinzugekommen ist auch der Rooftop-Pool-Garden mit drei ganzjährig beheizten Whirlpools in grossen Cocons sowie 60 zusätzliche Liegeplätze. So finden nun bis 120 Gäste gleichzeitig Entspannung im bereits mehrfach als erster authentischer Thailändischer Spa in der Schweiz mit ausschliesslich thailändischen Therapeutinnen ausgezeichneter Cocon Thai Spa. Ehrungen wie der Michelin-Schlüssel würdigen sowohl die hohe Servicequalität als auch den innovativen Ansatz des Hauses, regionale Verbundenheit mit internationalem Anspruch zu kombinieren. Dies gilt insbesondere für den 2025 erstellten Anbau Cocon mit dem Dachgarten mit seinen drei Aussenpools mit Seeblick, die in eine begrünte Landschaft organisch eingebunden sind. Der gastronomische Bereich wurde im Zuge des Ausbaus ebenfalls erheblich erweitert. Das Restaurant Cocon verfügt nun über 140 Sitzplätze im Innenraum. Dazu steht ein Aussenbereich mit vergleichbarer Kapazität im Lindenbaum-Blumengarten zur Verfügung. Die themengebenden grossen Cocons führen über drei Geschosse, als Bestandteil des Restaurants im Erdgeschoss, der Behandlungsräume im Thai-Spa und der Freiluftpools auf dem Dach. Mit ihren ausgeklügelten Rundungen sind die Cocons Orte des geschützten Rückzugs und der Kontemplation.
Home-Shop
Den Gästen werden in allen Häusern ausgewählte Produkte angeboten, die sie in den Restaurants bereits kennen lernten. So die einzigartige Balance Cuvée blanc mit Pinot blanc, Sauvignon Blanc und Traminer von Baumgartner Weinbau, einem Familienweingut aus dem Aargau, davon kredenzen die eigenen Restaurants zwischen 5000–6000 Flaschen pro Jahr. Oder ausgezeichnetes natives Olivenöl aus Apulien, das Suhners auf ihren Reisen entdeckten, ebenso wie Amarone und Barolo aus Direktimport. Eine Win-Win-Situation für alle.

Das Restaurant Seeblick mit der traumhaften
Aussicht gehört zum Seminar- und Höhenhotel Seeblick.
Fazit
Rücksicht, Mut und Weitsicht sind wichtige Bausteine im Geflecht der Balance Familie. Unverzichtbar aber erlernbar ist das Gastgeber-Gen und dies bedeutet auch, Mitarbeitenden eine reelle Chance zur Entfaltung zu geben. Da mag die Du-Kultur auf allen Stufen eine Rolle spielen, sicher aber der Vertrauensbonus und vorleben, was man von anderen erwartet: Sinn geben und Sinn leben. Schlüssel zum Erfolg sei eine nachhaltige Gästebeziehung, so Rhéane und Felix Suhner, alles aus der Optik der Gäste zu betrachten, was gebaut, genützt und weiterentwickelt wird. Sind zukünftig weitere Projekte angedacht? Allenfalls an Top-Lage, im Grünen, also auf dem Land, keinesfalls in einer Stadt, mit der Möglichkeit zur Weiterentwicklung. Das gemeinsame Merkmal der männlichen Verantwortlichen der Betriebe scheint – nebst der ausgezeichneten Firmenkultur – ein Start ins Berufsleben mit einer Lehre als Koch zu sein, gefolgt von der Ausbildung an der Hotelfachschule Luzern, Weiterbildung und Erfahrungen an renommierten Stationen im In- und Ausland.
balancefamilie.ch
