Alexander Däppen ist seit 2024 Teil des Redaktions- und Testerteams des Andrin Willi Hotelratings. Meist besucht er gemeinsam mit seiner Familie Betriebe der Kategorie Familien-Ferienhotels, um die Angebote für Kinder und Familien erleben und bestmöglich bewerten zu können.

Alexander Däppen, dipl. Tourismusfachmann, Brand & Communications Manager der Igeho und Gastautor für verschiedene Schweizer Gastronomie-Fachmagazine.
Die Hotellerie ist eine unglaublich spannende und vielseitige Branche, die mich seit meiner Lehre in einem Geschäftsreisebüro eines grossen Basler Pharmaunternehmens fasziniert. Als Lernender war es für mich immer ein Highlight, mit Arbeitskolleginnen und -kollegen neueröffnete Hotels, wichtige Vertragspartner unserer Kunden oder Häuser mit spannenden Konzepten im In- und Ausland besuchen und erleben zu können. Gelegentlich mit Übernachtung, manchmal einfach als kurze Präsentation des Hauses mit Rundgang. Auch während meiner Zeit als Business Travel Consultant, als Student an der Tourismusfachschule und später in der Beratung von NRP-Projekten in der Parahotellerie sowie dem MICE-Bereich war ich eng mit der Hotellerie verbunden. In meinen dreieinhalb Jahren als Verantwortlicher für Kommunikation und Marketing bei der Igeho bin ich es natürlich erst recht.
Der Vorteil, wenn Familienhotels von Familien getestet werden
Natürlich, ich könnte ein Familienhotel auch allein besuchen und versuchen, als erwachsener Mann einen Betrieb durch Kinderaugen zu erleben. Zusätzliche Tritte bei der Rezeption für Kinder, die Kinder-Cocktails auf der Barkarte, einen zweiten Handlauf auf halber Höhe bei der Treppe, das Kinderbuffet mit speziellem Kinderbesteck, den Zustand der Bowlingbahn, den Spieltisch im Hotelzimmer oder die Ausstattung der Räume der Kinderbetreuung – all das können wir Erwachsene wahrnehmen. Aber das Erlebnis Familienhotel funktioniert nicht ohne Kinder – ihre Emotionen fehlen. Die Kinder zeigen uns Erwachsenen ungeschönt und direkt, welche Ideen funktionieren. Was ein kleines Plüschtier als Geschenk auf dem Hotelbett auslöst, welche Rolle schon kleine Sprachbarrieren in der Kinderbetreuung spielen, welches Rahmenprogramm wirklich begeistert oder gar langweilt, ob der verkleidete Animator ankommt oder was bei einer Schnitzeljagd durch das Hotel wichtig ist, erfährt man nur in Begleitung von Kindern.
Wir führen keine repräsentative Studie mit den verschiedenen Familienmodellen und Kindern aller Altersstufen durch. Bei unserem Besuch vor Ort erstellen wir eine Momentaufnahme. Die persönlichen Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der Direktion, ergänzt durch Online-Recherchen und Berichten von vergangenen Testbesuchen, helfen uns dabei, neben dem aktuellen Zustand auch die Vergangenheit und die Zukunft zu betrachten.
Direkt nach unserem Testbesuch bewerte ich das Hotel strikt anhand des vorgegebenen Kriterienkatalogs, um zukünftigen Hotelgästen – den Leserinnen und Lesern des Andrin Willi Hotelratings «Die 150 besten Hotels der Schweiz» – eine Orientierungshilfe zu bieten. Das gemeinsame Testen des Hotels mit meinen Kindern hilft mir, die Konzepte und Angebote der Hotels aus der Perspektive einer Familie zu erleben und insbesondere die Kriterien mit einem hohen Anteil an Softfaktoren wie Gastfreundschaft, kategorienspezifische Angebote und subjektiver Gesamteindruck zu bewerten.

Interviews und Rundgänge mit der Direktion
Die Interviews und die Rundgänge mit den Vertreterinnen und Vertretern der Direktion sind für mich persönlich immer sehr bereichernd. Mehr über die Gastgeberinnen und Gastgeber zu erfahren, die mit viel Engagement und Herzblut ihre Betriebe führen, sowie hinter die Kulissen blicken zu dürfen, fasziniert mich. Die Interviews erweitern meinen Horizont, denn man lernt im Leben bekanntlich nie aus. So ergaben sich beispielsweise interessante Gespräche über Kita-Betreuungsschlüssel mit Dominik Lichtenhahn auf dem Stoos, über die Bekämpfung der Tigermücke mit Diego Glaus im Tessin, über kommunale Abfallentsorgungskonzepte auf Melchsee-Frutt mit Cornelia Zschunke oder die Planung und Umsetzung von Indoorspielplätzen mit Pascal Waser in Morschach.
Eine grosse Freude ist für mich, in die Geschichte der jeweiligen Häuser einzutauchen. Wie waren die Anfänge? Welche Entwicklungen fanden statt? Wer hat die verschiedenen Dekaden geprägt? Wie haben sich das Angebot und möglicherweise auch die Besucherstruktur verändert? Antworten auf diese Fragen erhalte ich bei den Rundgängen vor Ort und in meinen Gesprächen.
Positives Feedback der Familienhotelbetreiberinnen und -betreiber
Dass wir von den Gastgeberinnen und Gastgebern jeweils grossen Zuspruch erhalten, die Betriebe mit unseren Kindern zu testen, bestätigt uns auch als Redaktionsteam
in unserem Vorhaben. Die nächsten Besuche stehen schon an. Ebenso freue ich mich auf ein Wiedersehen mit vielen Hoteliers und Hotelièren am 18. Mai 2026 im Zürcher
«The Dolder Grand» bei der Buchpräsentation der 150 besten Hotels der Schweiz, Ausgabe 2026 | 27.
