«Visionen brauchen Mut, Ausdauer und Vertrauen»

«Visionen brauchen Mut, Ausdauer und Vertrauen»

Was tun Sie gegen Langeweile?

Ich kenne Langeweile eigentlich nicht. Es gibt immer etwas zu ver­bessern, neue Ideen zu entwickeln oder Abläufe zu verfeinern – Stillstand fühlt sich für mich einfach nicht richtig an. Wenn einmal Freiraum da ist, schnalle ich mir die Ski an oder steige
aufs Bike und tauche in die Natur hier oben ein.


Was macht Sie glücklich?

Dass es meiner Familie gesundheitlich gut geht, das ist die Basis von allem. In meinem Beruf macht es mich glücklich, wenn Gäste mit leuchtenden Augen vor mir stehen und mir rückmelden, wie wohl sie sich bei uns fühlen. Diese echte Zufriedenheit zu ­spüren ist unbezahlbar. Und auch die langjährige Verbundenheit mit Stammgästen sowie treuen Mitarbeitenden. Diese gewachsene Beziehungskultur ist ein zentrales Fundament unseres Hauses und erfüllt mich mit besonderer Freude.


Was macht Sie traurig?

Mich stimmt es nachdenklich, wie sorglos wir Menschen mit unserer Umwelt und unseren Ressourcen umgehen – und auch miteinander. Ich wünsche mir mehr Achtsamkeit, mehr Geduld und mehr Empathie. Gerade im Miteinander liegt so viel Potenzial für Wärme und Verständnis, das wir nicht verlieren dürfen.


Was war Ihr grösster Erfolg?

Dass wir unser Hotel vor einigen Jahren als Familie übernehmen durften und von der Gemeinde Pontresina so viel Vertrauen er­hal­ten haben. Und ganz persönlich: Dass ich drei gesunde Kinder zur Welt bringen durfte – das ist und bleibt mein grösstes Geschenk.


Welches der grösste Flop?

Einen klassischen Flop im Sinne eines kompletten Scheiterns hatten wir zum Glück noch nicht. Es gab jedoch Ideen oder Angebote, die nicht sofort die gewünschte Wirkung gezeigt haben. Solche Situationen reflektieren wir sorgfältig – aus Verantwortung für unser Haus, unser Team und unsere Gäste. Manchmal sind wir mit einem Angebot unserer Zeit auch ein Stück voraus, dann braucht es einfach Geduld.


Ihr Leitspruch fürs Leben?

An sich glauben, dranbleiben und nie aufgeben. Visionen ­brauchen Mut, Ausdauer und Vertrauen – aber genau daraus entsteht alles, was wirklich Bedeutung hat.


Ihre Lieblingsfarbe?

Die Farben der Natur. Je nach Licht, Jahreszeit und Stimmung zeigen sie sich immer wieder neu. Das fasziniert mich.


Ihr Lieblingstier?

Unsere zwei Vierbeiner zu Hause, Hund und Katze. Besonders unser Hund strahlt viel Ruhe aus. Unsere Katze hingegen ist überzeugt, überall dabei sein zu müssen, was unseren Alltag oft sehr unterhaltsam macht.


Was tun Sie mit einem geschenkten Jahr?

Ich würde Reisen und die Welt kulinarisch entdecken. Neue Ge­schmäcker, Kulturen und Begegnungen inspirieren mich sehr.


Welche drei Personen schätzen Sie besonders – und warum?

Meinen Ehemann, der mein wichtigster Partner ist – im Leben wie im Beruf. Wir gehen seit vielen Jahren gemeinsam durch alle Höhen und Tiefen, das schätze ich enorm. Dann meine Kinder, die mit grosser Selbstverständlichkeit mit einer berufstätigen Mutter aufgewachsen sind. Sie erinnern mich täglich daran was wirklich zählt: Familie, Zeit und echte Momente. Und schliesslich Menschen im Hintergrund, die mit Herz arbeiten – ob im Team oder im Alltag. Diese stillen Leistungsträger, die mitdenken und Verantwortung übernehmen, verdienen grosse Anerkennung.


Ihr Lieblingswort?

«Danke». Ein kleines Wort mit grosser Wirkung.


Was fehlt nie in Ihrem Kühlschrank?

Eine gute Auswahl an frischen Lebensmitteln, etwas Feines für zwischendurch, und immer etwas Gekühltes für einen ­spontanen Apéro. Gastfreundschaft beginnt oft im Kleinen.


Wo leben Sie am liebsten?

Im Moment hier in den Bergen. Pontresina und das Engadin sind wunderbare Orte für eine ­Familie. Bevor ich ­meinen Mann kennen gelernt habe, war es Zürich. Ich liebe diese Stadt noch immer und vermisse sie ab und zu – besonders die kulinarische Vielfalt, die man dort an jeder Ecke findet.


Ihr Lieblingshotel – und warum?

Ich habe mein Lieblingshotel noch nicht gefunden. Vielleicht, weil ich immer weitersuche, beobachte und dazulerne. Umso mehr freut und ehrt es mich, wenn Gäste sagen, dass sie ihres bereits bei uns gefunden haben.


Lesen Sie gerade ein Buch, ­welches?

Im Moment lese ich «Der Sanitas Health Forecast – In dir steckt mehr als du denkst». Es geht um die Gesundheit der Zukunft und darum, welches Potenzial in uns steckt. Das inspiriert mich sehr, auch im Hinblick auf unseren Hotelbetrieb, und wie wir Gästen langfristiges Wohlbefinden ermöglichen können.


Was soll man später einmal über Sie sagen?

Dass wir unsere Zeit im Hotel mit Respekt vor der Geschichte, mit Herzblut und mit Blick in die Zukunft geführt haben – und dass man diese Haltung noch lange spürt.

 

Nicole Pampel

Nach der Ausbildung zur Restaurantfachfrau sammelte Nicole Pampel Erfahrung in der Spitzengastronomie, unter anderem in Betrieben mit 19 GaultMillau-Punkten. Nach einem Auslandsaufenthalt in den USA übernahm sie Verantwortung als Betriebsassistentin in Zürich und absolvierte anschliessend die Ausbildung an der Hotelfach-schule Thun. Danach sammelte sie mehrere Jahre Erfahrung in der Hotellerie-Personalplanung. Parallel dazu erlangte sie ein Nach­diplom FH in Unternehmensführung. Nach mehrjähriger opera­tiver Verantwortung im Familienbetrieb übernahm sie vor 13 Jahren gemeinsam mit ihrem Mann das Sporthotel Pontresina (3-Sterne-Superior) mit über 50 Mitarbeitenden. Sie ist Mutter eines 18-jährigen Sohnes und von 15-jährigen Zwillingen.

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1 Kommentar

Guten Tag Frau Nicole Pampel, gratuliere zu Ihrer Laufbahn, Super.
Das Sporthotel Pontresina kenne ich schon sehr lange.
Auf diesem Hotel waren als
Betreiber/In mal Herr und Frau Tonduri, diese waren mal
auf dem Parhotel Du Sauvage in Meiringen. Ihnen viel Erfolg, wenn ich mal in Pontresina bin, schaue ich gerne vorbei.

Alles Gute, liebe Grüsse Walter Gohl 15-05-2026

Walter GOHL GOHL IMMOBILIEN

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