Förderung ist kein Alleingang

Förderung ist kein Alleingang

Um die Finanzierung eines Beherbergungsprojekts sicherzustellen, sind in vielen Fällen neben Eigenkapital und Bankfinanzierung auch ergänzende­ Förderinstrumente erforderlich. Hier wird dargestellt, dass dies vielfach kein Alleingang ist und wie die Möglichkeiten erfolgreich genutzt werden können.

Peter Gloor, Direktor SGH

 

Die Förderung ist kein Alleingang. Neben den klassischen Finanzierungen über die Hausbanken sowie dem Einsatz von Eigenmitteln stehen der Branche verschiedene, ergänzende Instrumente zur Verfügung. Hier setzt die Rolle der Schweizerischen Gesellschaft für Hotelkredit SGH ein. Sie setzt als nationales ­Kompetenzzentrum für den Bund die Förderung in der Beher­bergungswirtschaft um. Sie wirkt einerseits mit ergänzenden Finanzierungen, andererseits als Bewerterin von Projekten und ermöglicht damit die Realisierung von Investitionsprojekten.

 

Berghotel Mettmen

Wie ein Zusammenspiel der verschiedenen Finanzierungsquellen aussehen kann, wird hier am Beispiel des Berghotels Mettmen aufgezeigt. Im Jahr 2016 hat die Berghotel Mettmen AG das ehemalige Berggasthaus Mettmeralp käuflich erworben und einer Totalsanierung unterzogen. Zu diesem Zweck wurde die erwähnte Aktiengesellschaft gegründet. Das Kapital wurde vom Ehepaar Frei als Initianten sowie von vielen dem Projekt Nahestehenden gezeichnet. Neben dem wesentlichen Anteil Aktienkapital von fast 50 Prozent der damaligen Investitionskosten von rund CHF 6 Mio. konnte das Projekt mit Hilfe der Bank, der SGH sowie À-fonds-perdu-Beiträgen des Kantons Glarus (Tourismusförderung) und der Schweizer Berghilfe finanziert werden.

In den Jahren 2023/24 wurde der ehemalige Lagerraum umgebaut. Es entstanden zusätzliche Gäste- und Personalzimmer. Die Investitionskosten von weiteren rund CHF 2 Mio. wurden wiederum mit knapp 30 Prozent Eigenkapital sowie einer Erhöhung der Bankfinanzierung, der SGH-Finanzierung und einem weiteren À-fonds-perdu-Beitrag der Schweizer Berghilfe finanziert. Der Betrieb kann heute in 21 Zimmern 50 Betten anbieten und generiert rund 6000 Logiernächte pro Jahr während einer Öffnungszeit von durchschnittlich 230 Tagen. Den Gästen steht auch ein kleiner, feiner Wellnessbereich zur Verfügung. Das Berghotel Mettmen ist für die regionale Wertschöpfung damit ein wesentlicher Faktor. Die Struktur des Betriebes entspricht einem klassischen Hotelbetrieb in einer Ferienregion.

 

Tragbarkeit

Für die Finanzierung war wesentlich, dass ein hoher Anteil Eigenkapital eingebracht werden konnte. Zudem mussten die vom Kanton und der Berghilfe geleisteten Beiträge nicht verzinst und zurückbezahlt werden. Sie können damit faktisch als Eigenkapital angerechnet werden. Somit sind die Bank- und die SGH-Finanzierungen zu verzinsen und zu amortisieren. Die Tragbarkeit war damit gegeben.

 

Zusammenspiel statt Alleingang

Im Bereich der Beherbergungsförderung ist es vielfach essenziell, dass verschiedene Fördergefässe beansprucht werden können. Als nationales Kompetenzzentrum für die Beherbergungsförderung kennt die SGH die verschiedenen Instrumente der Tourismus- bzw. der Beherbergungsförderung auf nationaler und kantonaler Ebene. Dabei stützen sich verschiedene kantonale Förderstellen sowie die Schweizer Berghilfe auf die Expertise der SGH ab. Diese Beurteilungen bilden die Grundlage für die Entscheide der zuständigen Stellen, ob zins- und amortisationsfreie Zuschüsse oder zusätzliche Darlehen gesprochen werden können.

Obwohl es sich bei Förderungen im Rahmen von À-fonds-perdu-Beiträgen um Subventionen handelt, ist es wichtig festzuhalten, dass nur Beherbergungsbetriebe in den Genuss solcher Zahlungen kommen, die wirtschaftlich nachhaltig aufgestellt sind. Dies bedeutet, dass das Geschäftsmodell die künftigen Erträge generieren muss, welche benötigt werden, um die Grundfinanzierung bei der Bank und die Zusatzfinanzierungen (u.a. SGH-Darlehen) zu verzinsen und zurückzuzahlen. Daneben sind die kalkulatorischen Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten zu erwirtschaften.

Oftmals bildet erst das Zusammenspiel verschiedener Instrumente die Grundlage für eine gesunde und wirtschaftlich tragbare Finanzierungsstruktur und damit für eine nachhaltig erfolgreiche Führung des Beherbergungsbetriebs.

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