Die Gewinnerinnen und Gewinner der Spezial-Awards

Die Gewinnerinnen und Gewinner der Spezial-Awards

Neben den Auszeichnungen für die besten Hotels würdigt das Hotelrating auch die Menschen, die hinter dem Erfolg ihrer Häuser stecken. Prämiert werden die Köchin des Jahres, die Concierge des Jahres, der Newcomer sowie der Aufsteiger, das Comeback des Jahres, der Auslandhotelier, der Einsteiger und der Investor des Jahres. Neu dabei ist der Mutmacher-Preis.

Die Spezial-Awards würdigen Menschen, die mit Leidenschaft, Können und Haltung Ausserordentliches leisten. Sie alle stehen für das, was echte Gastfreundschaft ausmacht – Herzlichkeit, Qualität und den unbedingten Willen, unvergessliche Momente zu schaffen. Hier sind die Gewinnerinnen und Gewinner von Spezial-Awards des Andrin-Willi-Hotelratings.

 

Käthi Fässler – Köchin des Jahres

Die Ausnahmekönnerin gehört zum Hof Weissbad wie das Salz in die Suppe. Seit 1996 prägt sie die kulinarische Geschichte des Hotels und wird laut Elias Leu, der das Resort seit 2024 mit seiner Frau Susanne leitet, «2026, nach 30 Jahren, schrittweise ihren Ruhestand planen». Dass Käthi Fässler eine motivierende, bodenständige und s tille Schafferin ist, d ie dem Hof Weissbad zum Ruf einer Talentschmiede verholfen hat, ist weit bekannt. Unter ihrer Führung und durch ihr 35-köpfiges Team verlassen täglich rund 450 Gerichte die Küche, gleichzeitig bereitet sie seit 2008 Gourmetgerichte auf 16-GaultMillau- Punkte-Niveau zu. Eine seltene Leistung, vor allem, da ihre Kochphilosophie auf regionale, saisonale und frische Produkte setzt. Die beste Hotelköchin des Landes ist witzig, aber bei der Qualität versteht sie keinen Spass. «Nicht nur fachlich, sondern auch menschlich ist sie eine tragende Säule», sagt Leu. Sie überzeugt mit Taten und Gerichten.

 

 

Katharina Baumann – Concierge des Jahres

Katharina Baumann erachtet ihren Beruf als Privileg, das sie mit Leidenschaft, Herzlichkeit und Humor ausfüllt. «Ich könnte mir nichts Besseres vorstellen», sagt die Quereinsteigerin. «In einer Zeit, in der persönliche Betreuung zu Luxus geworden ist, verkörpert sie das, was die Concierge- Rolle so einzigartig macht: Verlässlichkeit, Diskrektion, Kreativität und Menschlichkeit», sagt Marco Zanolari, CEO bei The Living Group. Benjamin Dietsche, GM des Widder Hotels, fügt an: «Für Gäste, Kolleginnen und Kollegen ist sie Mentorin, Vertrauensperson und Identifikationsfigur. » Einige der besten Schweizer Hotels entsenden ihre Concierges zum Crosstraining zu der Zürcherin. Sie gilt als Referenz für beispiellosen Service, als Inspiration und als Botschafterin ihres Berufs. Ein Gast des Widder Hotels, wo sie seit fünf Jahren zuhause ist, schwärmt: «Jede Begegnung mit ihr zeugt von höchster Kompetenz und von Herzlichkeit.» So klingt echte Gastfreundschaft.

 

 

Constantin Ziegenhain – Newcomer des Jahres

«Schon als Kind haben mich schöne Hotels fasziniert », sagt Constantin Ziegenhain. Obschon der Tausendsassa nicht aus einer Hoteliersfamilie stammt, ist er gemacht für die Hotellerie. Die EHL hat er mit Ehrendiplom abgeschlossen, seit Ende 2024 leitet der 29-jährige die erblühende Chesa Grischuna. Die Lehre absolvierte er im Bayerischen Hof in München. In seinen Lehrjahren auch mal ins kalte Wasser geworfen zu werden «hat mir ganz gut getan», sagt der Handson- Hotelier, der heute 31 Mitarbeitende führt. «Wir ziehen alle am selben Strang.» Dass er spürund fassbar im familiären Künstlerhotel unterwegs ist, kommt den Gästen zugute. Ein unterirdisch verbundener Neubau steht in Planung, als zeitgemässe Ergänzung des historischen Gesamtkunstwerks. «Die Identität zu bewahren und eine neue Gästegeneration abzuholen macht Spass. Ich erlebe gerade eine sehr spannende Zeit», sagt Constantin Ziegenhain und man merkt: Er ist in seinem Element.

 

 

Benjamin Chemoul – Aufsteiger des Jahres

Viele kleine Unterschiede machen den Unterschied; das weiss Benjamin Chemoul. Seit Januar 2023 führt er den legendären Hoteldampfer fokussiert, vorausschauend und mit ruhiger Hand. «Gouverner, c’est anticiper», sagt er. «Um ein so relevantes Haus in die Zukunft führen zu können, muss man die Vergangenheit kennen.» Ein Büchlein dokumentiert diplomatische Treffen, ein Buch die Geschichte des Hauses und ein weiteres die Suiten. Jede Seite darin weckt die Lust der Wiederkehr. Chemoul mag es, die Saisons unter ein Thema zu stellen. «Alchemie» lautete das Motto im vergangenen Herbst und Winter – naturellement mit Büchlein dazu. So gehen die Geschichten im Beau-Rivage Palace nie aus. Meisterhaft verantwortet er daneben auch die Hotels Angleterre und das Château d’Ouchy in scheinbarer Leichtigkeit. Wenn das Leben im Hotel in solch lockerer Beschwingtheit über die Bühne geht, ist das eine grosse Kunst. Auch das ist ihm völlig klar.

 

 

Philippe Clarinval – Comeback des Jahres

Philippe Clarinval war nie wirklich weg. Er nutzte die Distanz zum operativen Alltag, um an der Universität Liverpool seine Doktorarbeit über Strategic Alignment und Transformationale Führung abzuschliessen. Seit Oktober 2025 führt er als GM das Prince de Galles Hotel (The Luxury Collection) in Paris. «Mein Fokus liegt nicht auf einzelnen Momenten der Gästeinteraktion, sondern auf dem System dahinter», erzählt er. «In der Luxushotellerie entsteht Qualität dort, wo Strategie im Alltag gelebt wird.» Das gelingt ihm, weil er internationale Führungserfahrung mit wissenschaftlicher Tiefe verbinden kann. Jetzt also im legendären Pariser Art-Déco-Wahrzeichen. «Ein ikonisches Haus zu führen bedeutet, sein Erbe zu respektieren und gleichzeitig seine Zukunft zu gestalten», sagt Clarinval. Ein Comeback? Vielleicht. Vor allem aber die Rückkehr eines Strategen, der Wirkung von innen heraus gestaltet. Bienvenue à nouveau.

 

 

Markus Odermatt – Auslandhotelier des Jahres

Die Villa Feltrinelli ist eine der luxuriösesten Hoteladressen der Welt – dank US-Hotelier Robert H. Burns und Markus Odermatt. Burns beauftragte den Luzerner Hotelier, die Villa in ein Hotel umzugestalten. «Ohne Budget», erinnert sich Odermatt. 2001 war der Traum verwirklicht. Heute ist Markus Odermatt Gastgeber und Teilhaber, der die Villa nicht als Hotel, sondern als Haus mit Gästen sieht. Er lebt und definiert den Luxus der Gastfreundschaft stetig neu. 20 Zimmer, 92 Mitarbeitende, 60 Prozent davon Jahresangestellte – das Haus jedoch nur sechs Monate offen. Rechnet sich das? «Ja, weil wir keine Dividenden ausbezahlen und den Gewinn reinvestieren. » Der Immobilienwert hat sich verdoppelt; auch mit 65 denkt Odermatt nicht an Stillstand. Ihn interessiert, wie er den emotionalen Gegenwert für seine Gäste erhöhen kann, dabei hat er längst erreicht, was auch sein Ur-Ur-Urgrossvater mit dem Bürgenstock erschuf: unvergessliche Gastfreundschaft.

 

 

Jan Schoch – Einsteiger des Jahres

Als Unternehmer und Gründer ist Jan Schoch kein Einsteiger: Rund 130 Mio. Franken hat er in seine drei Häuser investiert. Mit der Eröffnung des Huus Quell, positioniert als 5-Sterne-Superior Luxushotel, setzt er in der Wellbeing-Hospitality neue Massstäbe. Schoch mag keine Kompromisse, das spürt man in der Handwerkskunst, die in allen Häusern (Bären, Löwen und Quell) bis ins Detail umgesetzt wurde. Schoch setzt viel Vertrauen in seine Mitarbeitenden. So richtete etwa Kellermeister Hans Rhyner einen sagenhaften Weinkeller ein, Chef de Bar Elmir Medunjanin realisierte sein Bar-Konzept – es entsteht exquisite Einzigartigkeit. Sogar die Käuferinnen und Käufer der Wohneinheiten kuratiert Jan Schoch, der das grosse Ganze als stimmungsvolles Ensemble sieht, inklusive den Einheimischen, die man in den Restaurants und in der Schmitte aus dem 17. Jahrhundert, heute Cigar Lounge, antrifft. Ein sehr gelungener Einstieg in die Hotellerie!

 

 

Die Lötschentaler – der Mutmacher-Preis

Zum ersten Mal verleihen wir den Mutmacher- Preis. Er würdigt Gastgeberinnen und Gastgeber und soll sie zum Weitermachen motivieren. Verständlich, wenn «die Lötschentaler» den Kopf ins Geröll gesteckt hätten, das Blatten am 28. Mai 2025 zerstört hat. Haben sie aber nicht. «Zusammen sind wir stark», dieser Slogan weitete sich aufs ganze Lötschental aus, Spenden von rund 68 Mio. Franken kamen zusammen. Touristisch geht es weiter, beispielsweise mit dem «Momentum». Eine Lodge aus Holz und Herzblut, auf 1970 m ü. M. gelegen, in nur 105 Tagen erbaut und sieben Monate nach der Katastrophe eröffnet. Der modulare Holzbau mit 19 Zimmern ist temporär konzipiert, könnte aber länger bleiben. «Hier oben zählt das Jetzt», schreiben die Macherinnen und Macher. Es zählen aber auch die Gäste, die das Lötschental beehren sollten. Zu entdecken gibt es einiges und die Gastfreundschaft ist dem Schrecken zum Trotz geblieben. Dazu gratulieren wir und wünschen: bon courage.

 

 

Michel Reybier – Investor des Jahres

«Viele Hotel-Marken verkaufen ihre Immobilien – das freut die Aktionäre kurzfristig und schadet langfristig den Gästen», sagt Michel Reybier. Wer die Hoheit über Investitionen und Mitarbeitende verliere, verliere die Seele eines Hauses. Reybier macht das Gegenteil: Er richtet sich nach dem Gast. Der französische Unternehmer hat sein Vermögen in der Lebensmittelindustrie aufgebaut und früh in Hotels und Weingüter mit ikonischer Strahlkraft überführt. Diese sieht er nicht als Renditeobjekte, sondern als Kulturgüter. Umfangreiche Renovationen im hohen zweistelligen Millionenbereich sind Strategie. Derzeit steht das Hotel Mont Cervin Palace in Zermatt im Fokus. Als Investor ist Reybier bekannt für kompromisslosen Qualitätsanspruch. Wachstum um jeden Preis interessiert ihn nicht. In der «Schwerindustrie», wie er die Hospitality-Branche nennt, setzt er auf Langfristigkeit, denn Exzellenz verlange nach Zeit, Investitionen und Haltung. Chapeau.

 

Buchtipp:

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2026/27 444 Seiten, 135 mm × 210 mm
Hardcover Mit zahlreichen Abbildungen
ISBN 978-3-03818-870-4

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