Das traditionsreiche Hotelrating «Die 150 besten Hotels der Schweiz» feierte bei der Vernissage im Dolder Zürich nicht nur die Hotellerie, sondern auch die 30. Ausgabe.
Text: Hilmar Gernet
Andrin Willi begrüsste in freundschaftlich, kollegialer Atmosphäre die über 200 Gäste des herausgebenden Weber Verlags. Als Hotelière und Hotelier des Jahres 2026/27 wurden Brigitte und Christian Hoefliger-von Siebenthal, Maison Hornberg in Saanenmöser ausgezeichnet. Die Anerkennung Hotel des Jahres fiel dem Hôtel des Horlogers in Le Brassus zu, geführt von General Manager André Cheminade.

Von Geld und Gästen
Andrin Willi, Hotelcheftester, widmete seine reflektierende, auch von der Unsicherheit des Zeitgeistes geprägte Eröffnungsrede der Suche nach einer Antwort auf die Frage «was, wenn die fetten Jahre der Hotellerie vorbei gehen». Sein Ansatz, sich der Herausforderung zu stellen, war das Mutmachen, nicht das Fatalistische. Erstmals in der Geschichte des führenden Schweizer Hotelratings wurde so der Mutmacher-Preis vergeben. Die Preisträgerinnen und Preisträger aus dem Lötschental, die trotz des Bergsturzes von Blatten nicht den Kopf ins Geröll steckten, sondern weiter an die Hotellerie glauben, bauten in nur sieben Monaten die Holz-Lodge «Momentum». Für ihren Durchhaltewillen und Mut erhielten sie vom Publikum den längsten Applaus. Andrin Willi ergänzte zukunftsweisend: «Geldhilfe ist gut, Gäste sind besser.»

Wichtigstes Test-Kriterium
Das grösste Risiko für die hiesige Hotellerie ortete Willi im gegenwärtigen Erfolg. Diesen halten zu können, verlange Hotels mit Seele und Ruhe. Orte in denen Luxus nicht standardisiert werde. Dazu Gastgeberinnen und Gastgeber, die ihren Beruf mit Leidenschaft und Grosszügigkeit ausübten. Wenn Austauschbarkeit der grösste Feind von Luxus sei, so habe die Schweiz mit «mehr Identität » eine gute Strategie gewählt. Dies sei auch eine Antwort auf KI, so Willi, denn «der Mensch geht zum Menschen» in die Ferien. In dieser Logik nannte er als wichtigstes Hoteltester-Kriterium für die 150 Rating-Plätze: «Wir gewichten die Lust am Gastgeber sein.»

Business und Passion
Gastredner Martin von Moos, Präsident HotellerieSuisse, sprach von den verschiedenen Hotelratings als Besonderheit des Frühlings, die auch polarisierten. Er mahnte, Gastfreundschaft lasse sich nicht nur in Sternen und Ranglisten messen; Hotellerie sei nicht nur Business, sondern immer auch Passion. Weil Ratings jedoch Bewegung in die Branche brächten, möchte er sie nicht missen.

Mit seinen Daten ist HotellerieSuisse ein glaubwürdiger Partner des Andrin Willi Hotelrating Schweiz und trägt zur Verlässlichkeit der Publikation bei. Als Verbandspräsident sieht er im Rating keine Verlierer, sondern vor allem eine Auszeichnung für die Branche, die mit ihren Leistungen Sichtbarkeit bekomme. Dem Weber Verlag (Annette Weber und Dyami Häfliger), der das Hotelrating Schweiz jährlich herausgibt und Andrin Willi dankte von Moos «für ihren wichtigen Beitrag für eine starke Schweizer Hotellerie.»


