Die Hitzewellen diesen Sommer haben gezeigt, wie wertvoll Wasser ist und wie wichtig ein bewusster Umgang damit ist – auch in der Hotellerie. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für die Finanzen.
Text: Blanca Bürgisser
Wenn Hotels ihren Wasserverbrauch senken möchten, lohnt es sich, diesen zuerst genau zu ermitteln. So wird klar, wo die grössten Einsparmöglichkeiten bestehen. Dadurch können gezielte Massnahmen vorgenommen werden, die die gewünschte Wirkung erzielen.
Technologien, die unterstützen
Einer der Bereiche, der am meisten Wasser verbraucht ist das Badezimmer. Gerade hier lässt sich mit dem Einsatz intelligenter Technik viel einsparen. Das beste Beispiel sind die Duschen. Dank wassersparender Brausen wird deutlich weniger Wasser verbraucht. Dadurch, dass dem Wasser Luft beigemischt wird, fühlt sich der Wasserstrahl für die Gäste nicht schwächer an, im Gegenteil, der Strahl kann dadurch sogar stärker werden.
Das Anbringen von wassersparenden Armaturen lohnt sich an sämtlichen Wasserhähnen. Auch bei Toiletten kann der Wechsel zu energieeffizienten Technologien den Wasserverbrauch deutlich minimieren. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten wie Spülkästen mit einer begrenzten Wassermenge oder WCs ohne Spülrand, da diese nicht nur weniger Wasser verbrauchen, sondern auch einfacher zu reinigen sind.
Eine weitere Methode Wasser zu sparen ist die Verwendung von Regenwasser für die WC-Spülungen oder die Bewässerung des Gartens. Manche Hotels nutzen dafür auch das sogenannte Grauwasser, also gering verschmutztes Abwasser von Duschen oder Waschmaschinen. Dieses muss jedoch vorher entsprechend aufbereitet werden.
Bewusstsein schaffen
Ebenso wichtig wie die richtigen Geräte ist die Sensibilisierung der Mitarbeitenden sowie der Gäste. Während dies beim Personal durch Schulungen erreicht werden kann, können für die Gäste gezielt Hinweise angebracht werden, wie sie zu weniger Wasserverbrauch beisteuern können. Ein klassisches Beispiel dafür ist ein Hinweis, dass Handtücher nur gewechselt werden, wenn diese auf dem Boden oder im dafür vorhandenen Waschkorb liegen. Das erinnert nicht nur daran, auch in Ferien auf den eigenen Wasserverbrauch zu achten, sondern zeigt die Bemühungen des Hotels in Sachen Nachhaltigkeit.
Nachhaltige Zusammenarbeit
Während durch die Wasserregulierung inhouse viel erreicht werden kann, spielen auch die Lieferketten eine grosse Rolle. Es lohnt sich, mit Produzenten und Produzentinnen zusammenzuarbeiten, die die gleichen Werte haben und ebenfalls einen bewussten Umgang mit Ressourcen pflegen.
Ein weiterer Aspekt, der oft vergessen geht, ist wie wasserintensiv die Fleischproduktion ist. Besonders in trockenen Perioden, in denen das Regenwasser nicht reicht, um die Felder und Wiesen zu bewässern. Deshalb sollten gerade im Sommer fleischlose Gerichte nicht die Ausnahme sein. Wer für jeden Gang mehrere vegetarische oder gar vegane Optionen anbietet, verbindet das Wassersparen mit saisonalen Wechseln auf der Speisekarte.
Qualität direkt ab dem Hahnen
In der Schweiz haben wir das Privileg von bestem, sauberem Leitungswasser. Trotzdem wird auch hier viel Flaschenwasser konsumiert. Dabei ist die Ökobilanz von Hahnenwasser satte 1500-mal besser als jene von Flaschenwasser. Das liegt nicht nur am Verbrauch das durch die Aufbereitung des Wassers entsteht, sondern auch am Plastikverbrauch, wodurch der CO2-Fussabdruck grösser wird.
Deshalb empfiehlt es sich für Hotels auf Hahnenwasser zu setzen. Dank Glaskaraffen, die mit dem Logo des Hotels versehen werden können, geht an der Wertigkeit nichts verloren. Im Gegenteil, denn die Glasflasche in der Minibar macht auch einen edleren Eindruck als das PET.
Gut für die Umwelt, gut für die Finanzen
All diese Ansätze leisten nicht nur einen Beitrag für die Umwelt, der geringere Wasserverbrauch bedeutet für ein Hotel auch geringere Kosten. Investitionen in nachhaltige Wassertechnologien zahlen sich langfristig aus und werden in den kommenden Jahren zunehmend an Wichtigkeit gewinnen.
